Zunächst ging es um die Wahl des neuen Präsidenten Donald Trump in den USA. Wagenknecht reagierte direkt auf Vorwürfe, wonach ihre Partei antiamerikanisch sei. Das sei nicht der Fall, konterte Wagenknecht, es sei vielmehr „ein schlichtes Rückbesinnen auf unsere Interessen“, eine Überlebensbedingung für Deutschland. Weidel verteidigte ihre Partei für eine deutliche Nähe zu Trump, der in ihren Augen ein „Friedenspräsident“ ist. Trump habe für Waffenruhe im Nahen Osten gesorgt und zudem während seiner ersten Amtszeit keinen Krieg begonnen.
Wagenknecht: Tesla-Chef Elon Musk ist nicht langweilig
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Daran anknüpfend lenkte Moderatorin Sandra Maischberger die Diskussion auf das Gespräch Weidels mit Elon Musk auf der Plattform X, für das die AfD-Spitzenkandidatin heftig kritisiert worden war. Der amerikanische Tech-Milliardär hatte zuvor Wahlwerbung für die deutsche Rechtsaußenpartei gemacht. Wagenknecht warf Weidel vor, sich „peinlich“ und „wie ein Fangirl von Musk“ verhalten zu haben, räumte aber ein, dass es „langweiligere Menschen“ als den Tesla-Chef gebe. Sie behauptete, die AfD wolle eine „Ellenbogengesellschaft, in der Milliardäre noch weniger Steuern zahlen“.
Alice Weidel hält diese Debatte für verkürzt. „Ich bin ein Fangirl von der Meinungsfreiheit“, entgegnete sie. Die Menschen hätten „Scheren im Kopf“. Ihre Bewunderung gelte nicht nur Musks Unternehmergeist, sondern auch der Tatsache, dass er Twitter „für diesen horrenden Preis“ gekauft habe. Worauf genau sie bei dieser Unterscheidung hinauswollte, erschloss sich dem Zuschauer nicht unbedingt.
Als verbindendes Element zwischen BSW und AfD machte Weidel die Ablehnung von amerikanischen Mittelstreckenraketen auf deutschem Boden aus. „Das wollen wir nicht haben“, so Weidel. Strittig war einmal mehr die Frage bezüglich des deutschen Verteidigungsetats. Die AfD-Chefin hielt kürzlich fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für möglich. Wagenknecht fiel Weidel mehrfach ins Wort, Weidel bat vorsichtig darum, ihre Kontrahentin korrigieren zu dürfen („Darf ich?“). Für Weidel sind die genannten fünf Prozent eine „symbolische Zahl“. Das BSW spricht sich für deutlich niedrigere Ausgaben aus.
Als Maischberger Ja-Nein-Fragen stellte – Wagenknecht torpedierte das Spiel durch ausführliche Antworten – wurde die Stimmung im Studio heiterer. Auf die Frage, ob es genderneutrale Toiletten im Bundestag geben sollte, müssen beide Kanzlerkandidatinnen lachen. Ob das jetzt wirklich das Problem sei, wollte Wagenknecht wissen. Beim Thema Steuern gerieten die beiden wieder aneinander. Weidel ist strikt gegen eine Besteuerung von Vermögen und Erbschaften. Das würde die Familienunternehmen treffen, sagte sie. Wagenknecht wiederum beklagte eine „Lizenz zum Reichtum“. Dazu Weidel: „Wenn der Staat mit unserem Geld nicht umgehen kann, dann soll er bitte nicht noch irgendwelche Steuern erfinden.“
Bz.de
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